Eskapaden

Autoren und Autorinnen müssen lesen, um zu schreiben. Wie bereits in einigen Beiträgen erwähnt, lege ich mich auf kein Genre fest. Zum Abschalten nehme ich gern einen Krimi zur Hand.

Meine Favoriten unter den Kriminalromanen sind die Englischen. Ich mag die Landschaften, die dunklen Gassen, das Grün der Wiesen, das Meer, Männer mit Melonen und das Regenwetter – alles very British eben.

Zu den unterhaltsamsten Krimis zählt wohl Eskapaden von Walter Satterthwait, in dem zwei sehr charakterstarke Persönlichkeiten gemeinsam einen mysteriösen Mordfall aufklären. Bei den beiden Ermittlern handelt es sich um den größten Entfesselungskünstler seiner Zeit, Harry Houdini, und Sir Arthur Conan Doyle, dem Schöpfer von Sherlock Holmes. Die zwei Berühmtheiten werden im Sommer 1921 auf einem abgelegenen Landsitz in England zu einer Sèance eingeladen. Dort ereignen sich Phänomene, die nur kluge Köpfe erklären können.

Auf charmante Art staffiert der Autor Houdini und Doyle mit fiktiven Eigenarten aus. So redet Doyle gern mit Flinker Bär, einem verstorbenen Indianer, und glaubt an Entmaterialisierung, die Houdini ja erwiesenermaßen beherrscht.
Aus dem gewaltigen Selbstbewusstsein des Magiers, dem skurrilen Medium, dem sehr verdächtigen Adeligen, dem Detektiv und den lüsternen Gespenstern, knüpfte Satterthwait einen amüsanten und spannenden Krimi, der die Gesellschaft nur zu gern auf die Schippe nimmt.

Eine wahre Perle unter den englischen Krimis.

 

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