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Gesundheitliche Einschränkungen

Jetzt hat es auch mich erwischt – Ich musste operiert werden. Nichts Ernstes, nur eine geplante OP am Fuß. »Alles gar nicht schlimm. Ich operiere Sie und danach tragen Sie sechs Wochen einen Spezialschuh. Eine Kleinigkeit.« Ja, so reden Ärzte. Das Dumme an der Sache, ich habe das geglaubt. Ich dachte tatsächlich, das wird ein Klacks. Ein paar Wochen humpeln und schon bin ich wieder auf dem Damm. Man muss wissen, ich wandere sehr gerne und bewege mich zum Ausgleich vom beruflichen Sitzen im Alltag viel.

Wie sah die Realität aus? Bereits vor der OP fanden Voruntersuchungen statt. Nach der OP mehrfache Nachkontrollen in der Woche. Im Grunde alles gut und sinnvoll, doch hatte mir niemand etwas vorher davon gesagt. Ich hatte mir meinen Arbeitsplatz vorbereitet, sodass ich meinen Fuß hochlagern konnte. Ich wollte mich drei Tage erholen und dann wieder an die Arbeit. Schließlich war nur mein Fuß eingeschränkt und nicht mein Verstand und meine Finger. Arbeiten müsste doch drin sein. Falsch!

Ständige Arzt- und Physiotermine, urplötzlich aufkommende Schmerzen, die Einnahme von Schmerzmitteln und der Verlust von Bewegungsfreiheit nagten an mir. Ich spürte von Tag zu Tag mehr, wie ein großes schwarzes Loch an meiner Fantasie sog. Geläufige Worte fielen mir nicht ein, die Konzentration beschränkte sich auf einige Minuten. Die Inspiration fehlte einfach. Ich saß zu Hause, hinter Wänden eingeschlossen, bekam wenig von der Außenwelt mit.

Wenn man mit einem Humpelfuß spazieren möchte, kommt man maximal bis zum sechsten Nachbarhaus und braucht dafür eine halbe Ewigkeit, wenn man die Treppen zur Wohnung mit einrechnet. Die Muskelmasse nimmt kontinuierlich ab, auch im Kopf!

Warum ich das alles schreibe? Weil ein Mythos in der Welt existiert, der da lautet: Selbstständig als Autor? Ach hör mir auf. Ihr liegt den ganzen Tag auf der faulen Haut, tippt ein paar Zeilen und schon rollt das Geld. Richtige Arbeit ist das doch nicht.

Das wurde mir gesagt, als mir der Arzt die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung überreichte.

Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass sich diese Meinung in der Zukunft in Luft auflöst und die Menschen die harte Arbeit hinter den spannenden Büchern, den wundervollen Geschichten, den traurigen Gedichten und den Glück bringenden Momenten des Lesens, erkennen.