Leseliste 2018

Hier eine kleine Auswahl meiner Wunschleseliste für das kommende Jahr. Natürlich werden sich etliche Titel, in den nächsten zwölf Monaten, noch auf diese Liste schleichen – so wie das immer ist. Gerade die Bücher von Indie-Autoren werden von mir spontan und ohne Planung gekauft. Warum? Weil es mir so eben am meisten Spaß bereitet. Ich will mich selber überraschen.

Houston, Houston! von James Tiptree Jr.

Die drei Sonnen von Liu Cixin

Schöne neue Welt von Aldous Huxley

Was man von hier aus sieht von Mariana Leky

Unsere Frau in Pjöngjang von Jean Echenoz

Jahrhundertzeugen von Tim Pröse

Zwei Herren am Strand von Michael Köhlmeier

Die Polarfahrt von Hampton Sides

 

Übrigens, ich erhalte sehr gerne Büchertipps von meinen Lesern 🙂

Die Brautprinzessin

Weihnachtszeit ist Märchenzeit. Die Feiertage bieten besinnliche Stunden. Wie könnte man diese besser verbringen als mit einem guten Buch? Hier meine Empfehlung für alle, denen die Realität der Glückseligkeit des Familienlebens zu viel wird.

Das Märchen von Butterblume, die sich in den Stahlburschen Westley verliebt, zählt keinesfalls zu den klassischen Prinz-und-Prinzessinnen-kämpfen-für-ihre-Liebe-Geschichten und wiederum gehört sie doch dazu.

Klingt paradox? Genau, wie die Brautprinzessin.

Natürlich enthält die Story die typischen Zutaten, wie einen Riesen, einen Bösewicht, Freund und Feind, denn es ist eine Fabel und doch spielt sie nur am Rande eine Rolle.

Alles ausgedacht und geschrieben von William Goldman. Er ist der Schriftsteller. Er ganz allein. Warum ich das so bewusst betone? William Goldman selbst gibt sich nur als Bearbeiter der Geschichte aus, die er angeblich von seinem Vater als Kind vorgelesen bekommen hat. Nun möchte er die Erzählung des erfundenen Autors S. Morgenstern seinem Sohn vorlesen, aber eben nur den „spannenden Teil“ der Geschichte. Daher entschließt sich Herr Goldman kurzerhand viele Stellen herauszustreichen oder zu kürzen.

Seine angeblich hinzugefügten Kommentare, die die Erzählung die Brautprinzessin zu einem einzigartigen Werk machen, sind humoristisch, wenn nicht sogar satirischer Art und vertreiben jegliches Klischee vom angestaubten Märchen. Es handelt sich hierbei eher um eine Abenteuergeschichte, die auf hohem Niveau Witz und Intelligenz vereint.

Ein Märchenbuch für Erwachsene, die gern in eine bezaubernde leichte Fantasiewelt abtauchen möchten.

In 80 Tagen um die Welt

Warum lesen wir Romane?

Weil sie uns ferne Welten näher bringen.
Weil ein Teil in uns, sich nach Abenteuern sehnt.
Ganz nach dem Motto:

„Wer Bücher liest, schaut in die Welt und nicht nur bis zum Zaun.“
***Johann Wolfgang von Goethe***

Daher ist es leicht sich vorzustellen, was Jules Verne 1873 mit seinem Meisterwerk In 80 Tagen um die Welt in den Lesern hervorrief – Die pure Reiselust.

Nun stellt sich die Frage: Kann dieser Klassiker die Menschen im Hier und Heute noch faszinieren? In Zeiten von Smartphones, Apps und virtuellen Reality-Games?

Alles muss unverzüglich erfolgen – alles muss schnell vonstattengehen.

Wie stehen da die Chancen für eine Geschichte, in der ein wohlhabender Gentleman Namens Phileas Fogg sich mit seinem treuen Begleiter Passepartout gemeinsam auf die Reise um die Welt, mit äußerst schwerfälligen Transportmitteln, wie beispielsweise einem Elefanten, begibt?

Die Antwort lautet: Unglaublich gut!

Meine Buchauflage aus dem Jahre 1958 fiel noch nicht der Sprach-Modernisierung zum Opfer, sodass ich noch in den Genuss der feinen Wort-Nostalgie abtauchen durfte. Doch auch die neuen Übersetzungen vermitteln dem Leser die Spontanität der Charaktere, die ungewöhnlichen Landschaften, die Begegnungen mit fremden Völkern und die spannende Handlung, hautnah.

Ob Jung oder Alt, wer sich gern auf Zeitreise begeben möchte, fiebert bis zur letzten Seite mit.

Das Jesus-Video

Ich lese, was mir gefällt und lege mich dabei auf kein Genre fest. Im Herbst greife ich meist zu englischen Krimis, im Sommer zur romantischen Lektüre. Im Winter und Frühjahr gewehrt mir mein „Lese-Reflex“ Flexibilität.

Anfang des Jahres fiel meine Wahl auf Das Jesus-Video. Ein spannender Thriller, in dem der Student Stephen Foxx bei einer archäologischen Ausgrabung in Israel einen unglaublichen Fund entdeckt: Eine Bedienungsanleitung einer Videokamera, die noch nicht auf dem Markt ist. Kann diese Kamera etwa die Existenz von Jesus beweisen? Für Foxx beginnt buchstäblich ein Wettlauf gegen die Zeit, denn Andreas Eschbach schrieb einen packenden Zeitreiseroman, in dem die Zeitreise an sich keine Rolle spielt und trotz alledem die Story bereichert. Seine Protagonisten sind präsent, ihr Handeln durchweg nachvollziehbar.

Das Jesus-Video bietet dem Leser einen cleveren Mix aus Science-Fiction-, Krimi- und Abenteuerroman, gespickt mit einer Nuance Liaison. Mitreißend bis zur letzten Seite. Eine klare Lese-Empfehlung!