• Aus meiner Feder

    Wellenbrecher Ich bring dich durch den Sturm, Durch Hochs, durch Tiefs. Halte Ausschau nach mir. Ich bin dein blauer Himmel, Ich bin dein Sorgenheil. Pack dein Glück, Halt mich am Schopf. Trink mich leer, Ich füll dich auf. Hab keine Scheu, So steht der Sinn. Ich geh dir nah, Folge meinem Ruf durchs Grau. Horch dem Gurren der Tauben, Und dem Ächzen der Krähen. Der Weg steht dir offen. Ich bin der Sinn.

  • Zum Nachdenken

    Wegweiser Ich sitze im Auto und warte. Bis zu meinem Termin bleibt mir noch eine halbe Stunde. Draußen herrschen angenehme dreiundzwanzig Grad. Von meinem Platz aus, beobachte ich fünf ältere Menschen. Sie sitzen sonnengeschützt vor ihrem Altenheim unter einem verwitterten Vordach. Keiner von ihnen spricht – Sie vegetieren einfach vor sich hin. Zwei Seniorinnen teilen sich eine unbequem aussehende Plastikbank. Die größere Dame von beiden schaut sich in regelmäßigen Abständen um. Ihr Blick wandert von rechts nach links und wieder zurück. Die Kleinere starrt durchgehend auf ihre Füße. Die ihnen gegenüberstehenden Stühle besetzen ebenfalls zwei Rentnerinnen. Die Frau im geblümten Rock guckt in die Ferne. Geistesabwesend beschäftigt sie ihre Finger…