Das Alphabet der aussterbenden Worte

W wie Wundertüte

undertüten existieren bereits seit dem Zweiten Weltkrieg und so manches Kind hat dafür das komplette Taschengeld auf den Kopf gehauen. Oft war man enttäuscht, aber mindestens genau so häufig überrascht und glücklich über den vorgefundenen Inhalt.

Eine Wundertüte konnte man früher in einem Kiosk oder einem Gemischtwarenladen kaufen. Sie war meist rechteckig, hatte die Größe eines DIN A4-Umschlags und war wie dieser verklebt. Der Inhalt war von außen nicht zu erkennen. Schlaue Kinder versuchten zu ertasten, was sich in den einzelnen Tüten verbarg.

Zu meiner Zeit (in den 80er-Jahren) kostete sie 50 Pfennig und die Spezialtüten 1 Mark. Zu Einführung gab es sie wohl bereits für 10 oder die größere Version für 20 Pfennig zu kaufen. Der Inhalt hat sich über die Jahre kaum verändert. Meist fand man eine kleine Süßigkeit vor, Klebebildchen, Autos und Spielzeugfiguren.

Heute gibt es extra Wundertüten eingeteilt für Jungen oder Mädchen. Damals sogar für Herren und Damen. Egal für welche man sich entschied, sie hatten eins gemeinsam: Sie weckten immer wieder den Drang nach einer weiteren Überraschung.